Drei entscheidende Tage im Fabian-Prozess: Gina H. bricht endlich ihr Schweigen und gesteht, was wir alle bereits vermutet haben.
Aussage der Angeklagten Gina H. am 24. August erwartet
Weil am Landgericht Rostock ein größerer Drogenprozess startet, wird der Mordprozess erst in zwei Wochen am 24. August fortgesetzt. Dann will sich erstmals die Angeklagte Gina H. äußern. Es werde „bestimmt etwas umfangreicher“, sagte ihr zweiter Verteidiger, Thomas Löcker. „Sie ist noch nicht fertig.“ Die Einlassungen müssten von der Verteidigung zudem noch häufiger durchgearbeitet werden. Die Chancen, dass die Angeklagte auf Nachfragen eingehen wird, sind nach Aussage des Verteidigers „minimal klein“.
Freitag, 07.08.26
Es ist still im voll mit Zuschauern und Journalisten besetzten Sitzungssaal 200.2 des Landgerichts Rostock. „Geht’s?“, fragt der Vorsitzende Richter Holger Schütt schließlich die Zeugin. Es ist die Großmutter des getöteten achtjährigen Fabian aus Güstrow. Sie hat ein Taschentuch ausgepackt, wischt sich die Augen unter ihrer Brille. Gerade ist sie in ihren Schilderungen am Zeitpunkt im vergangenen Oktober angekommen, an dem klar war, dass ihr Enkel tot ist. Ihre Tochter, Fabians Mutter, sitzt rechts von ihr. Wie schon in den vielen vorhergehenden Prozesstagen sitzt sie aufrecht mit den Fäusten auf dem Tisch und erhobenem Blick. Fabian sei ein „aufgeweckter, lustiger“ Junge gewesen, sagte die Großmutter am mittlerweile 21. Verhandlungstag des Mammutprozesses. Der Junge habe aber auch seine „Zick-Phasen“ gehabt, in denen er bockig gewesen sei, sagte die Großmutter. Vor etwa zwei Jahren sei er eine Zeit lang sehr auffällig gewesen und besonders schnell wütend geworden. Damals habe er keinen Kontakt zu seinem Vater gewollt. Dieser lebt getrennt von Fabians leiblicher Mutter und war damals in einer Beziehung mit der inzwischen wegen Mordverdachts Angeklagten.
Es sei etwas vorgefallen, sagte die Zeugin. Fabian habe ihr erzählt, sein Vater sei „böse“ zur inzwischen Angeklagten gewesen, ohne weiter ins Detail zu gehen. Bereits zuvor war im Prozess Thema, ob und in welchem Maße der Mann gegenüber der Angeklagten in der Beziehung gewalttätig war. Als Zeuge hatte der Vater entsprechende Vorwürfe zurückgewiesen. Die Großmutter schilderte auch, wie sich Fabian und sein Vater später wieder annäherten. Dies passierte demnach, nachdem sich der Vater von der Angeklagten getrennt hatte. Demnach wollte der Sohn wieder zu seinem Vater und beide hätten miteinander Zeit verbracht. Die Staatsanwaltschaft wirft der angeklagten 30-Jährigen vor, Fabian am 10. Oktober 2025 an einem Teich bei Klein Upahl, etwa 15 Kilometer südlich von Güstrow, erstochen und den Leichnam anschließend in Brand gesetzt zu haben. Die Ermittler gehen von einem Zusammenhang mit der Beziehung zum Vater und der Beendigung aus. Inzwischen sind beide wieder ein Paar, wie der Vater vor Gericht ausgesagt hatte.
Gestartet war der Prozesstag mit zahlreichen Beweisanregungen der Verteidigung. Rechtsanwalt Andreas Ohm stellte die von der Staatsanwaltschaft zugrunde gelegten Zeitabläufe am Tag der Tötung des Jungen sowie am Vortag in Zweifel. Aus seiner Sicht gibt es etwa Zweifel daran, dass sich die Angeklagte an bestimmten Orten zu bestimmten Zeiten aufgehalten hat. Daher sollte etwa ein Bewegungsprofil des Autos eines Zeugen erstellt werden, mit dem sich die Angeklagte unter anderem am Todestag Fabians traf. Auch sollte ein Zeuge erneut zur Funkzellenauswertung aussagen, also zur Verortung etwa des Handys der Angeklagten anhand von Mobilfunkdaten. Zudem sollen der Arbeitgeber und ein Kollege zum Tagesablauf von Fabians Vater am Tag des Verschwindens seines Sohnes vernommen werden. Eine weitere Anregung bezieht sich auf ein Fahrzeug, das dem auffälligen Pickup der Angeklagten ähneln und auch im Raum Güstrow unterwegs gewesen sein soll. Die Ermittler haben eine umfangreiche Indizienkette erstellt, die etwa anhand von Handydaten, Foto- und Videoaufnahmen sowie Zeugenaussagen den mutmaßlichen zeitlichen Ablauf unter anderem des Tattages rekonstruiert. (osw/dpa)
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Liveticker aus dem Gerichtssaal
Ostseewelle-Reporter sind an jedem Prozesstag im Landgericht Rostock dabei. Die 30 Jahre alte Gina H. ist wegen Mordes an Fabian aus Güstrow angeklagt.
CHRONIK EINES UNFASSBAREN VERBRECHENS
Donnerstag, 06.08.26
Im Prozess um den getöteten achtjährigen Fabian aus Güstrow hat die jüngere Schwester der wegen Mordverdachts angeklagten 30-Jährigen eine Zerrüttung der gemeinsamen Familie beschrieben. Die Schwester hat nach eigener Aussage schon länger keinen Kontakt mehr zur Angeklagten oder zu den Großeltern, bei denen beide ab einem bestimmten Alter aufgewachsen sind. Anders als die Angeklagte habe sie aber Kontakt zur gemeinsamen Mutter, die wegen des Mordprozesses „fix und fertig“ sei. Ihre Schwester könne zwar liebevoll sein, sagte die Zeugin. Wenn etwas jedoch nicht ihren Vorstellungen entspricht, könne sie sehr schnell aufbrausend werden. Es musste stets, „alles nach ihrer Nase gehen“, sagte sie über ihre ältere Schwester. Sie warf der Angeklagte vor, sich während der gemeinsamen Jugend mit Lügen in ein besseres Licht gestellt und Aufmerksamkeit erheischt zu haben. Die jüngere Schwester war vom Landgericht Rostock als Zeugin geladen worden. Anders als der Großvater, der ursprünglich am Freitag aussagen sollte, machte sie von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht nicht Gebrauch.
Die Spannung zwischen den Geschwistern wurde im Gerichtssaal deutlich. Die Angeklagte musterte ihre jüngere Schwester skeptisch und gab ihren Unmut über die Schilderungen einmal gut hörbar kund: „Hast Du einen Dachschaden oder was?“, warf sie ihrer jüngeren Schwester an den Kopf. Diese quittierte diese ihrerseits mit einem verbalen Anwurf. Der Vorsitzende Richter Holger Schütt ermahnte daraufhin beide.Am Donnerstag wurde der Mammutprozess nach einer vierwöchigen Pause fortgesetzt. Am Freitag steht der inzwischen 21. Prozesstag an. Die Staatsanwaltschaft wirft der Angeklagten vor, Fabian am 10. Oktober 2025 an einem Teich bei Klein Upahl, etwa 15 Kilometer südlich von Güstrow, erstochen und den Leichnam anschließend in Brand gesetzt zu haben. Das Motiv soll demnach mit ihrer Beziehung zu Fabians Vater und dem zeitweisen Ende zusammenhängen.(osw/dpa)
Donnerstag, 09.07.26
Die wegen Mordes an dem achtjährigen Fabian aus Güstrow angeklagte Frau hat nach Angaben ihres langjährigen Psychotherapeuten eine Persönlichkeitsstörung mit Borderline-Symptom. Allerdings sei die Störung weniger schwer ausgeprägt, und er habe in der Behandlungszeit nie die Notwendigkeit einer stationären Aufnahme gesehen, sagte der Therapeut, der die Angeklagte von 2017 bis 2025 behandelte und einen psychopathologischen Befund erstellte. Sie habe ihm gegenüber von einer inneren Leere und einer ausgeprägten Angst vor Menschenmassen berichtet. Das sei auch ein Grund gewesen, warum sie nicht gearbeitet habe. Borderline-Störungen sind Persönlichkeitsstörungen, die vor allem durch die Instabilität von Emotionen, Stimmung und zwischenmenschlichen Beziehungen gekennzeichnet sind. Das treffe auf die Angeklagte zu, betonte der Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie.
Laut Staatsanwaltschaft soll die 30-jährige Deutsche Fabian am 10. Oktober 2025 an einem Teich bei Klein Upahl mit sechs Messerstichen getötet und den Leichnam anschließend angezündet haben. Die Angeklagte, die bislang zu den Vorwürfen schweigt, war bis August 2025 vier Jahre mit Fabians Vater liiert und der Junge deshalb oft bei ihr.
Auch bei den psychotherapeutischen Gesprächssitzungen war Fabian Thema. Die Angeklagte habe sehr viel für das Kind empfunden, „als wäre es ihr eigenes Kind“, berichtete der Therapeut, der als sachverständiger Zeuge aussagte. Nach seinem Eindruck sei das Verhältnis zu Fabian sehr liebevoll und fürsorglich gewesen. Die Angeklagte bezog wegen ihrer psychischen Probleme eine Erwerbsunfähigkeitsrente. Richter Holger Schütt verwies darauf, dass sie dennoch täglich mit voller Leistungsfähigkeit ihre fünf Pferde versorgte und auch auf Turniere mit vielen Menschen fuhr. „Ich sehe da schon einen Widerspruch“, sagte auch der Zeuge. Im Laufe der Jahre sei die Sozialphobie aber schwächer geworden. Seine Patientin habe sich nach seinem Eindruck auch in schwierigen Situationen gut abgrenzen können. Das sei etwa der Fall im Umgang mit dem leiblichen Vater ihres eigenen Sohnes gewesen, bei dem sie einen guten und souveränen Weg gefunden habe, sich zu distanzieren.
Als weitere Zeuge wurden zwei Polizeibeamte vernommen, die in die Suche nach Fabian beziehungsweise den späteren Ermittlungen eingebunden waren. Dabei ging es auch um den Tag der Durchsuchungsaktion und der anschließenden Festnahme der Angeklagten am 6. November vorigen Jahres. Bei der Durchsuchung habe sie noch ruhig und teilnahmslos gewirkt. Als dann am Nachmittag die Festnahme angeordnet worden sei, habe sie emotional reagiert und geweint, sagte einer der Beamten.
Die Angeklagte schweigt bislang zu den Vorwürfen, will sich aber nach Angaben ihrer Verteidiger im August äußern. Fabians Mutter nimmt als Nebenklägerin an dem Prozess teil, der bis 10. September terminiert ist. Der Prozess soll nach vier Wochen Pause am 6. August fortgesetzt werden. Für die Angeklagte gilt die Unschuldsvermutung.
Seit dem Beginn am 28. April wurden Dutzende Zeugen vernommen. Die Verhandlung im Saal 2.002 stößt weiterhin auf großes öffentliches Interesse. Meistens sind zwischen 60 und 130 Personen im Zuschauerraum. Sie müssen im Gerichtsfoyer durch Sicherheitsschleusen. Die Angeklagte selbst wird mit Fußfesseln in den Saal geführt, die ihr nach Beginn der Verhandlung abgenommen werden. Teil des Prozesses sind auch die aus einer Telefonüberwachung gesicherten Daten sowie zahlreiche WhatsApp-Sprachnachrichten der Angeklagten. Auf Bildschirmen und Großleinwänden werden zudem Fotos, Videos und Schriftstücke gezeigt. Die Sachakte zu dem Fall umfasst 19 Bände, ausgedruckt wären das 45.000 Blatt Papier. Dazu gibt es noch 28 Sonderhefte und diverse Beiakten. Als elektronische Spuren liegen der Kammer 3,6 Terrabyte vor.(osw/dpa)
Dienstag, 07.07.26
Wie belastend der Fund des getöteten achtjährigen Fabian war, schildert eine Polizistin vor Gericht. Demnach wirkte die Angeklagte damals kaum angefasst. Das Verhältnis zum Vater war erneut Thema.
Als Schocksituation hat eine Polizistin den Fund der Leiche des getöteten achtjährigen Fabian aus Güstrow bezeichnet. Bei ihrer Aussage am 18. Verhandlungstag des Mordprozesses am Landgericht Rostock kamen ihr kurzzeitig die Tränen. Sie stockte und musste ihre Aussage unterbrechen. Der Fund der Leiche mit deutlichen schwersten Verletzungen sei sehr belastend gewesen. „Er wurde entsorgt wie Müll“, das sei ihr Eindruck gewesen. „Es tut mir leid, wenn ich das so sagen muss.“ Sie habe sich im Anschluss Hilfe geholt.
Nachdem Fabian seit dem 10. Oktober als vermisst gegolten hatte, meldete eine Frau am 14. Oktober den Fund der Leiche an einem Tümpel südwestlich von Güstrow. Inzwischen steht sie wegen Mordverdachts vor Gericht. Die inzwischen 30-Jährige habe vor Ort nicht tief emotional erschüttert gewirkt, sagte die Polizistin. Sie sei sehr kooperativ und auch „redselig“ gewesen. Ohne große Nachfragen habe sie von sich aus geschildert, dass sie die Leiche gefunden habe, als sie mit einer Freundin einen Spaziergang gemacht habe und ihrem Hund nachgegangen sei. Demnach erklärte sie auch frühzeitig, dass deshalb Spuren von ihr am Fundort seien.
Was die Angeklagte sagte, war laut der Polizistin „sehr klar und deutlich formuliert“. Auf sie habe es zurechtgelegt gewirkt. Auf Nachfrage des Vorsitzenden Richters, Holger Schütt, ob Momente tiefer emotionaler Erschütterung der Angeklagten erkennbar waren, sagte die Polizistin: „Nein.“ Das habe sie nicht wahrgenommen. Die Angeklagte habe von sich aus nach einem Seelsorger gefragt. Auf die Polizistin habe es gewirkt, als habe sie damit ihre fehlende Emotionalität kompensieren wollen. Der Angeklagten wirft die Staatsanwaltschaft vor, den Jungen am 10. Oktober mit sechs Messerstichen getötet und den Leichnam später in Brand gesetzt zu haben. Das Motiv soll demnach mit der Beziehung zu Fabians Vater zusammenhängen, die dieser im August beendet hatte. Sie schweigt vor Gericht bislang zu den Vorwürfen, will sich aber nach Angaben ihrer Verteidigung im August äußern. Als Termin wurde dafür inzwischen der 24. August eingeplant.
Am 18. Verhandlungstag schilderte eine weitere Polizistin auch das erste Zusammentreffen mit Fabians Vater nach Bekanntwerden des Leichenfundes. Er sei am 14. Oktober vor dem Haus der Familie der inzwischen Angeklagten aufgetaucht und habe unter anderem gesagt, er würde ihr „alles zutrauen“. Dabei sei Fabians Vater sichtlich emotional und angetrunken gewesen. Die Polizei sei am Tag des Leichenfunds im Rahmen der Ermittlungen zum Haus gefahren, in dem die Frau lebte. Trotz der Trennung war sie zu dem Zeitpunkt weiterhin ständig mit Fabians Vater in Kontakt, wie Handyauswertungen zeigen. Demnach hatte sie dem Vater nach der Meldung des Leichenfunds am 14. Oktober geschrieben, sie könne sich erst einmal nicht mehr melden. Die Polizei nahm ihr damals zeitweise das Handy ab. Obwohl Fabian seit Tagen vermisst wurde, informierte sie demnach den Vater nicht über den Fund der Leiche. Auch, dass sie, wie von Zeugen geschildert, schon am Vortag am Fundort war, sagte sie Fabians Vater den Auswertungen zufolge nicht. Stattdessen beschwerte sie sich über seinen Kontakt mit anderen Frauen.
Die Polizistin sagte, Fabians Vater habe sich verwundert gezeigt über die Präsenz der Polizei am Wohnort seiner Ex-Freundin und über deren Nachrichten an dem Tag. Er habe der Beamtin von einem schwierigen Verhältnis berichtet. So habe seine Ex-Freundin ihm vorgeworfen, dass er nach dem Verschwinden des Kindes keine Hilfe von ihr angenommen habe. Auch habe er gesagt, es habe in der Vergangenheit Ärger wegen Fabian gegeben. Fabians Vater sei sehr ungehalten, aber auch in einer emotionalen Ausnahmesituation gewesen. Vor Gericht hatte Fabians Vater gesagt, er glaube an die Unschuld der Angeklagten. Auch seien beide inzwischen wieder ein Paar. In abgespielten Sprachnachrichten der Angeklagten wurde erneut die Eifersucht auf Fabians Vater deutlich, aber auch eine finanzielle Abhängigkeit von ihm. So sagte sie ihm, er wisse ganz genau, wie er sie erpressen könne. Wenn sie kein Geld von ihm bekomme, könne sie Rechnungen nicht zahlen, kein Pferdefutter kaufen und nicht mit dem Auto fahren. Die Staatsanwaltschaft hatte in der Anklage auch auf die finanziellen Folgen der Trennung verwiesen.
Eine dritte Polizistin sagte zudem aus, dass Aufnahmen einer Überwachungskamera zeigten, wie sich die Angeklagte frei auf dem Grundstück eines befreundeten Nachbars bewegte. Demnach ging sie selbstständig in dem Haus, aber auch einem Schuppen ein und aus, unter anderem auch mit Werkzeug.
Bis heute gibt es keine bewiesene Tatwaffe. Zu einem Messer des entsprechenden Bekannten hatte ein Polizist vor Gericht aber ausgesagt, es könnte der Bauart nach die Tatwaffe sein. Der Bekannte vermisste das Messer zeitweise, wie Handyauswertungen ergaben. Demnach tauchte es aber wieder auf. An dem Messer wurden aber keine DNA- oder Blutspuren nachgewiesen, die auf die Tat hinweisen. Allerdings wurden auch keine Fingerabdrücke des Nachbarn auf dem Messer gefunden, die nach dessen Aussage aber vorhanden hätten sein müssten. Der Polizist hatte aber auch ausgesagt, dass der Nachbar dieses Messer nach eigener Aussage praktisch täglich nutze. Wäre Fabian damit umgebracht worden, hätte er es demnach eigentlich früher vermissen müssen. Laut jüngster Aussage der Polizistin war sich die Angeklagte der Kamera auf dem Grundstück des Bekannten bewusst. Sie habe ihr beispielsweise zugelächelt und ihr zugewunken. (osw/dpa)
Donnerstag, 02.07.26
Im Mordprozess zum Tod des achtjährigen Fabian schweigt die Angeklagte bislang. Am Donnerstag wurden mehrere Nachbarn und Bekannte von Gina H. vernommen. Sie wurden dabei auch ausführlich zur Person der 30-Jährigen befragt, die bis zu ihrer Verhaftung am 6. November 2025 in einem Dorf mit rund 350 Einwohnern im Landkreis Rostock lebte. Eine Bekannte berichtete von einem Telefonat, das sie mit der Angeklagten am 20. Oktober – vier Tage nach dem Auffinden von Fabians Leiche bei Klein Upahl – geführt habe. Sie habe damals erwartet, dass die Angeklagte am Boden zerstört und traurig gewesen sei. Aber sie habe sie in dem Telefonat als „extrem kalt“ und emotionslos erlebt. Auch habe die Frau damals gesagt, dass es Fabian stets darauf abgesehen habe, ihre Beziehung zu dessen Vater auseinanderzubringen. Der Junge sei gar nicht so nett gewesen, wie alle behaupteten. Die Angeklagten habe der ganze „Aufriss“ um Fabian eher genervt. Die Zeugin betonte, sie habe ihren Anruf im Nachhinein sehr bereut, da sie der Situation nicht gewachsen gewesen sei. Die Angeklagte war mehrere Jahre lang mit Fabians Vater liiert, bis dieser die Beziehung im August 2025 beendet hatte. Eine Dorfnachbarin, die ebenfalls als Zeugin aussagte, schilderte, dass sich die 30-Jährige und Fabians Vater jedes Wochenende lautstark gestritten hätten. Inzwischen sind die beiden wieder ein Paar. Ein anderer Zeuge berichtete von einem mutmaßlichen Bestechungsversuch hinsichtlich seiner Aussage. Er sei im Dezember 2025 auf seinem Grundstück von einer Frau und einem Mann bedroht worden, sagte der 24-Jährige. Sie hätten ihm 5.000 Euro geboten, wenn er schlecht über die Angeklagte aussage. Das habe er strikt abgelehnt. Er habe über die Angeklagte aussagen sollen, dass sie keine Kinder möge, ihre Tiere schlecht behandle und psychische Probleme habe. Das stimme aber nicht, so der Zeuge, der die Angeklagte als „beste Freundin“ beschrieb, zu der er immer habe kommen können. Ziel sei gewesen, dass die heute 30 Jahre alte Deutsche angeklagt werde und im Gefängnis lande. Der Richter erinnerte den Zeugen deutlich und „ganz, ganz dringend“ daran, dass er vor Gericht die Wahrheit sagen müsse. Es gab mehrfach Widersprüche zu einer vorherigen Aussage bei der Polizei, die der Richter ihm auch vorhielt. Zuvor hatte der Zeuge beantragt, die Öffentlichkeit für seine Aussage auszuschließen. Das lehnte der Richter aber ab. Die Angeklagte soll Fabian laut Anklage am 10. Oktober mit sechs Messerstichen getötet und den Leichnam anschließend angezündet haben. Der Prozess wird am kommenden Dienstag fortgesetzt. Dann werden Polizeibeamte als Zeugen gehört, die unter anderem Fabians Mobiltelefon ausgewertet haben. (osw/dpa)
Mittwoch, 01.07.26
Die im Fall des getöteten achtjährigen Fabian angeklagte Frau hat im Gespräch mit einer Gerichtshelferin im Januar freiwillig Auskunft über ihre Biografie, ihr soziales Umfeld und ihre wirtschaftlichen Verhältnisse gegeben. In dem etwa halbstündigen Gespräch habe die heute 30-Jährige teils „emotional wie abgeschnitten“ auf sie gewirkt, sagte die Gerichtshelferin, die als Zeugin vor dem Landgericht Rostock aussagte. Auf die Frage, ob sie wisse, was ihr vorgeworfen werde, habe die Angeklagte damals geantwortet, sie solle etwas getan haben, was sie nicht getan habe. Die Zeugin berichtete aus dem Gespräch auch über eine sehr innige Beziehung der Angeklagten zu ihren fünf Pferden. Sie habe sehr besorgt und authentisch gewirkt. „Der Kontakt zu den Tieren war intensiver als zu Menschen.“ Die Staatsanwaltschaft wirft der Frau vor, Fabian am 10. Oktober 2025 an einem Tümpel bei Klein Upahl mit sechs Messerstichen getötet und den Leichnam anschließend in Brand gesetzt zu haben. Die Frau schweigt bislang zu den Vorwürfen, will sich aber nach Angaben ihrer Verteidiger im August äußern. Fabians Mutter nimmt als Nebenklägerin an dem Prozess teil, der zunächst bis 10. September terminiert ist. (osw/dpa)
Freitag, 26.06.26
Das Gewaltverbrechen an dem achtjährigen Fabian aus Güstrow in Mecklenburg-Vorpommern ist nach Angaben eines Fallanalytikers eine geplante Tötung gewesen. Die sogenannte Täterschaft habe die Umstände des Opfers am Tattag in Erfahrung bringen können, ausgenutzt und dann aus persönlichen Motiven die Tat ausgeführt. Der Sachverständige benutzte den neutralen Oberbegriff Täterschaft. „Wir gehen davon aus und halten es für wahrscheinlich, dass der Junge arglos war“, sagte der Sachverständige. Das Team berücksichtigte auch ein Foto einer Zeugin, das ein Feuer am Auffindeort der Leiche zeigt. Auch dort war der Analytiker sicher: „Wir sehen hier den Jungen brennend liegen.“ Fabian wurde laut Staatsanwaltschaft am 10. Oktober 2025 an dem Tümpel getötet und angezündet. Wegen Mordes angeklagt ist eine 30-jährige Frau, die bislang zu den Vorwürfen schweigt.
Aus Sicht der Fallanalytiker handelt es sich um eine Beziehungstat, bei der mit „hoher bis sehr hoher Wahrscheinlichkeit“ ein persönliches Motiv zugrunde lag. Fabians Mutter, die als Nebenklägerin an dem Prozess teilnimmt, verließ zwischenzeitlich den Saal, als Fotos von ihrem Sohn gezeigt wurden. Bei der operativen Fallanalyse geht es um die Analyse der Tat, wie diese abgelaufen sein könnte und welche Ermittlungsansätze sich daraus ergeben. (osw/dpa)
Dienstag, 23.06.26
Für das Schicksal des getöteten achtjährigen Fabian aus Güstrow hat die wegen Mordes angeklagte Frau laut leitendem Ermittler kaum Empathie nach dem Fund des Jungen gezeigt. Sie habe in abgehörten Telefonaten zwar gesagt, was mit Fabian passiert ist, sei schlimm. Die 30-Jährige habe aber stets betont, wie schlecht es ihr selbst gehe. Am Dienstag spielte das Landgericht Rostock Audiomitschnitte vor, in denen sie etwa von der Belastung durch die Ermittlungen oder das Medieninteresse berichtete. Auch für den Vater des getöteten Jungen zeigte die Frau in abgespielten Audiomitschnitten kurz nach Auffinden Fabians kaum Mitgefühl. Sie selbst sei ganz allein, während Fabians Vater durch seine Familie unterstützt werde, sagte sie etwa. Nach Angaben des Ermittlers, der als Zeuge aussagte, habe sie auch in anderen Gesprächen kaum Beileid zum Ausdruck gebracht. Er glaube ihr aber, dass sie zeitweise ein gutes Verhältnis zu dem Jungen gehabt habe, sagte der Polizist. Mit Fabians Vater hatte sie eine Beziehung, die aber vor dem Tod des Jungen beendet wurde. Inzwischen sind beide nach früheren Aussagen des Vaters wieder ein Paar. Die Frau hatte am 14. Oktober 2025 den Fund der Leiche an einem Tümpel südwestlich von Güstrow gemeldet. Zeugen sagten aus, dass sie bereits am Tag zuvor mit ihr am Fundort gewesen seien. Nach Aussage des Ermittlers sprach sie mit einem dieser Zeugen Alibis ab, nachdem beide realisiert hatten, dass sie in getrennten Vernehmungen nicht deckungsgleich ausgesagt hatten. Sie habe dem Mann vorgegeben, was er sagen sollte. Dieser habe sich an vieles selbst nicht erinnert. Der Ermittler leitete innerhalb einer Mordkommission nach eigener Aussage mehrere Beamte und verantwortete etwa Telefonüberwachungen und Vernehmungen. Unter anderem sei man auch bestimmte Strecken abgefahren, um Fahrtzeiten zu überprüfen und habe einen Zeitstrahl des mutmaßlichen Tattages erstellt. Es gehe darum, im Großen und Ganzen einen Überblick zu bekommen. Ein perfektes Bild bekomme man nicht hin, erklärte er.
Man habe die Telefone von vier Menschen überwacht: nämlich der Angeklagten, von Fabians Vater sowie zweier Zeugen, mit denen die Angeklagte bereits am 13. Oktober 2025 bei dem Tümpel war. Am Folgetag fuhr die Angeklagte mit einer damaligen Freundin, die bereits vergangene Woche vor Gericht ausgesagt hat, und zwei Hunden zum Fundort. Während die Zeugin nach eigener Aussage in einiger Entfernung mit ihrem Rollator stehen geblieben sei, sei die Angeklagte zielstrebig mit den Hunden über einen Acker zum Fundort gegangen. Der Polizei sagte die Angeklagte, sie habe die Leiche zufällig gefunden. In einem am Dienstag abgespielten Telefonmitschnitt sagte die Angeklagte der Bekannten, sie habe mit ihren Aussagen andere in den Fall mit hereingezogen und ihnen umfassende Vernehmungen beschert.
Nach Aussage des leitenden Ermittlers fertigten die Beamten für wichtige Telefongespräche Wortprotokolle an. Andere Gespräche hätten sie zusammenfassend verschriftlicht. Nach einer Vernehmung in Rostock fuhr der Ermittler die damals noch als Zeugin geltende Frau zusammen mit einem weiteren Beamten nach Hause. Dabei habe die Frau ungefragt von sich aus gesagt, dass die Polizei wahrscheinlich Spuren von Fabian in ihrem Auto finden werde. Sie habe das damit erklärt, dass sie Fabian im Sommer noch mit dem Auto gefahren und danach nicht den Wagen gereinigt habe. Das stehe allerdings im Widerspruch mit Hinweisen von ihrem Handy, nach denen sie das Auto doch im fraglichen Zeitraum gereinigt habe.
Auch frühere Angaben der Angeklagten, nach denen sie am mutmaßlichen Tattag zu einem Tierheilpraktiker gefahren sein will, habe man überprüft. Demnach hatte die Frau gesagt, der Tierheilpraktiker sei nicht da gewesen. Der Polizei habe dieser hingegen gesagt, dass er erreichbar gewesen und mitgekommen wäre, wenn die Frau ihn tatsächlich besucht hätte. Sehr aufgebracht reagierte die Angeklagte laut Ermittler auf Aussagen eines Bekannten, nach denen im Umfeld des Fundorts der Leiche in Wäldern Wildkameras angebracht seien. In einem ebenfalls abgespielten Telefonmitschnitt widerspricht die Angeklagte dem mehrmals. Laut Ermittler hatte die Polizei tatsächlich keine entsprechenden Videoaufnahmen zur Verfügung. Die Staatsanwaltschaft wirft der Frau vor, Fabian bereits am 10. Oktober getötet zu haben. Die Frau schweigt bislang zu den Vorwürfen, will sich aber nach Angaben ihrer Verteidiger Anfang August äußern. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung. (osw/dpa)
DONNERSTAG, 18.06.26
Die des Mordes an dem achtjährigen Fabian angeklagte Frau will sich Anfang August in dem Strafprozess erstmals äußern. Das kündigte ihr Verteidiger Thomas Löcker am Schluss des 13. Verhandlungstages am Landgericht Rostock an. In welchem Umfang und zu welchen Themen seine Mandantin sich äußere, müsse aber noch geklärt werden.
Als Termin stellte er den Verhandlungstag am 6. August in Aussicht. Dafür wird die Kammer des Landgerichts nach Angaben des Richters den Vormittag des Sitzungstages reservieren. Zwischen dem 9. Juli und dem 6. August gibt es eine vierwöchige Verhandlungspause, die die Verteidigung mit der Angeklagten zur Vorbereitung nutzen will. Eine Zeugin schilderte unter Tränen, wie die Angeklagte sie über den Fund der Kinderleiche informierte. Es vergingen Stunden, bevor die Polizei informiert wurde.
Im Mordprozess um den getöteten achtjährigen Fabian soll die Angeklagte laut Zeugenaussagen eine frühere Freundin vorab über den Fund der Kinderleiche informiert haben. „Wir haben ihn gefunden. Er ist tot“, habe sie ihr in einem Telefonat gesagt, berichtete die 52 Jahre alte Bekannte, die vor dem Landgericht Rostock als Zeugin vernommen wurde. Die 30 Jahre alte Angeklagte habe den Leichnam am Abend des 13. Oktober gefunden. Den Fund meldete sie aber erst einen Tag später der Polizei, der sie sagte, sie habe die Leiche „zufällig“ gefunden.
Sie habe die Angeklagte damals sofort gefragt, warum sie nicht die Polizei gerufen habe. Das habe sie aber abgelehnt. Am 14. Oktober 2025 fuhr die Angeklagte mit der Zeugin und zwei Hunden zum Fundort. Während die Zeugin in einiger Entfernung mit ihrem Rollator stehen geblieben sei, sei die Angeklagte zielstrebig mit den Hunden über einen Acker zum Fundort an einem Tümpel bei Klein Upahl gegangen. „Er ist noch da. Es sieht schlimmer aus“, habe sie bei der Rückkehr gesagt. Zwei Zeugen hatten an den beiden vergangenen Verhandlungstagen bereits ausgesagt, dass sie mit der Angeklagten am späten Abend des 13. Oktober am Fundort an dem Tümpel waren. Zu dem Zeitpunkt galt der Junge aber noch als vermisst. Offiziell wurde er am 14. Oktober gefunden.
Laut Staatsanwaltschaft starb Fabian bereits am 10. Oktober. Die Anklage wirft der 30-jährigen Deutschen vor, ihn an dem Tag mit sechs Messerstichen getötet und dann angezündet zu haben. Die Frau, die seit 7. November 2025 in Untersuchungshaft sitzt, schweigt bislang zu den Vorwürfen. Das soll sich laut einem Verteidiger ändern. Gina H. will ihr bisheriges Schweigen brechen. Sie wolle aussagen, sagte ihr Verteidiger Thomas Löcker am Landgericht Rostock. In welchem Umfang und zu welchen Themen müsse aber noch geklärt werden. Als Termin stellte er den Verhandlungstag am 6. August in Aussicht. Dafür wird die Kammer des Landgerichts nach Angaben des Richters den Vormittag des Sitzungstages reservieren. Für die Angeklagte gilt die Unschuldsvermutung. (osw/dpa)
DIENSTAG, 16.06.26
Im Fall Fabian war die Angeklagte zweimal am Fundort des Leichnams, bevor sie sich bei der Polizei meldete. So schildern es Zeugen. Auch über ein passendes Alibi wurde gesprochen. Die wegen Mordes an dem achtjährigen Fabian angeklagte Frau ist auch nach der Schilderung eines zweiten Zeugen schon einen Tag vor dem offiziellen Fund der Kinderleiche am Fundort gewesen. Sie habe ihn am 13. Oktober 2025 abends eine Nachricht geschickt und gebeten, mit ihr zum Tümpel bei Klein Upahl zu fahren. Sie seien dann mit seinem Auto dorthin gefahren. „Dann habe ich den Jungen da halt liegen sehen“, sagte der Zeuge am zwölften Verhandlungstag vor dem Landgericht Rostock. Beide trafen kurz vor Mitternacht an dem Tümpel ein, den die Angeklagte laut Zeuge als „Schweinesuhle“ bezeichnete. Sie habe ihn dann gebeten, er solle den Leichnam anleuchten und dann gemeint: „Das ist zu 100 Prozent Fabian.“ Eine emotionale Reaktion habe sie nicht gezeigt, allerdings beim Tümpel noch gesagt, dass der Leichnam gebrannt habe oder angezündet worden sei. Auf der Rückfahrt habe die Angeklagte gelacht, wobei sie ihm sagte, dass sie nicht mehr weinen könne und sich das dann oft bei ihr in Lachen umkehre.
Laut dem Zeugen waren er und die Angeklagte ungefähr eine Minute an dem Tümpel, bevor sie wieder zurück in das wenige Kilometer entfernte Dorf im Landkreis Rostock fuhren, in dem beide als Nachbarn wohnten. Die Angeklagte habe noch gefragt, ob sie die Polizei informieren sollten. „Was willst Du der Polizei denn erzählen? Das glaubt uns kein Schwein“, habe er daraufhin geantwortet. Erst am nächsten Morgen habe man dann darüber gesprochen. Bereits vorige Woche hatte ein anderer Zeuge vor der Schwurgerichtskammer ausgesagt, dass er am selben Abend nur wenige Stunden zuvor mit der Angeklagten an dem Tümpel war. Die Angeklagte selbst informierte die Polizei erst am 14. Oktober und sagte, sie habe den Leichnam des Kindes zufällig beim Spaziergehen mit dem Hund entdeckt. Dabei wurde sie von einer Bekannten begleitet.
Breiten Raum der Vernehmung nahm auch eine Absprache zwischen der Angeklagten und dem Zeugen über den Tagesablauf am 10. Oktober ein. Dazu wurde im erneut bis auf den letzten Platz besetzten Saal 2.002 ein abgehörtes Telefonat zwischen beiden vom 21. Oktober vorgespielt, in dem beide Absprachen für ein Alibi trafen. Sollte der Zeuge bei der Polizei irgendetwas sagen, was nicht passe, würde sie abgeholt, fürchtete die Angeklagte. Sie habe Angst, dass man ihr etwas anhängen und in die Schuhe schieben wolle. Der Zeuge beschrieb die Angeklagte als manipulativ und mitunter aufbrausend. Wenn man länger mit ihr spreche, dann gebe es keine Widerworte. „Da wird schön zugestimmt. Wenn Widerworte kommen, dann gibt es eine Explosion.“ Der Zeuge selbst konnte sich nicht mehr konkret an den Tagesablauf am 10. Oktober, einem Freitag, erinnern. Er sei „heilfroh“, dass die Angeklagte, die er seit 2020 kenne, ihm da geholfen habe. Damals habe er aussagen sollen, dass er am Vormittag mit ihr zusammen gewesen sei und dann mit ihrem Hund spazieren war. Laut Anklage starb Fabian am 10. Oktober zwischen 10.50 Uhr und 13.00 Uhr an dem Tümpel.
Die Staatsanwaltschaft wirft der 30-jährigen Deutschen vor, das Kind mit sechs Messerstichen getötet und dann angezündet zu haben. Die Frau, die seit 7. November 2025 in Untersuchungshaft sitzt, schweigt bislang zu den Vorwürfen. Sie ist mit Fabians Vater liiert, mit dem sie eine jahrelange „Off-/On“-Beziehung führte. Beide hätten sich oft angeschrien und auch beschimpft. Auch Fabian sei ein Streitthema zwischen beiden gewesen, so der Zeuge. Die unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen stattfindende Verhandlung stößt weiter auf großes öffentliches Interesse. Im großen Saal verfolgten über 130 Besucher sowie zahlreiche Medienvertreter den Prozess, der am Donnerstag fortgesetzt wird. Dann soll die Bekannte gehört werden, die am 14. Oktober mit ihr spazieren und als Dritte am Fundort gewesen sein soll. Zudem sind drei Polizeibeamte als Zeugen geladen, die zur Auffindesituation von Fabians Leiche aussagen sollen. (osw/dpa)







