Gina H. äußert sich erstmals im Fabian-Prozess – und stellt brisante These zur Anwesenheit nahe des Tatorts auf

Der gewaltsame Mord an Fabian (8) aus Güstrow ist noch immer ungeklärt. Die Angeklagte Gina H. äußert sich nun erstmals – und macht schwere Vorwürfe.

Update vom 26. August, 7:36 Uhr: Der Mordprozess im Fall des achtjährigen Fabian aus Güstrow vor dem Landgericht Rostock geht heute in die nächste Runde – es ist bereits der 23. Verhandlungstag seit Prozessbeginn am 28. April. Angeklagte ist die 30-jährige Gina H., die dem Jungen laut Anklage am 10. Oktober 2025 sechs Messerstiche zugefügt und die Leiche anschließend in Brand gesetzt haben soll. Erst am Montag, dem 22. Verhandlungstag, hatte sie sich mit einer 95-seitigen schriftlichen Erklärung erstmals ausführlich zu den Vorwürfen geäußert und die Tat bestritten – blieb dabei aber in zentralen Punkten vage, sodass zahlreiche Widersprüche und offene Fragen bestehen bleiben.

Fortsetzung Mordprozess im Fall Fabian
Die Angeklagte hat am 22. Verhandlungstag ausführlich zu den Vorwürfen Stellung genommen – und sie dabei zurückgewiesen. © Bernd Wüstneck/dpa

Am heutigen Prozesstag stehen ab 9.30 Uhr zwei Polizeibeamte als Zeugen im Fokus: zum einen die Beamtin, die Gina H. nach Fabians Tod vernommen hat, zum anderen ein Polizist, der ein zweites Mal angehört werden soll. Damit dürfte es vor allem um die Ermittlungsarbeit unmittelbar nach der Tat und mögliche neue Details aus den Vernehmungen der Angeklagten gehen. Der Zeitplan bleibt eng: Nach heute sind noch Termine am 28. August sowie am 1., 3. und 10. September angesetzt – am 1. September soll der psychiatrische Sachverständige sein Gutachten vorstellen, am 3. September könnten die Plädoyers folgen, und am 10. September wird mit einem Urteil gerechnet.

Update vom 25. August, 6:25 Uhr: Auch einen Tag nach ihrer Aussage sind im Mordprozess um den getöteten Fabian noch längst nicht alle Fragen geklärt. Zwar hat Gina H. mit ihrer 95-seitigen Erklärung erstmals ausführlich zu den Vorwürfen Stellung genommen, viele Ungereimtheiten und Verdachtsmomente bleiben jedoch bestehen. Vor dem Landgericht Rostock geht der Prozess am 26. August weiter – dann steht die Vernehmung der Polizeibeamtin an, die die Angeklagte damals befragt hatte. Als bislang letzter Verhandlungstag gilt der 10. September, an dem möglicherweise bereits das Urteil verkündet wird.

Darüber hinaus gestand Gina H. in ihrer Erklärung, sich mit einem Mann darauf geeinigt zu haben, sich gegenseitig ein Alibi für den Tag von Fabians Verschwinden zu liefern. Beide hätten vereinbart, „dass wir beide aussagen, dass wir den ganzen Tag zusammen gewesen wären“, zitierte bild.de die Angeklagte vor dem Landgericht Rostock.

Weshalb sie und der Mann diese Absprache trafen, ließ Gina H. vor Gericht offen. Damit reiht sich ein weiterer fragwürdiger Punkt in die Kette der bisherigen Verdachtsmomente ein – etwa die fehlenden Bordcomputer-Daten ihres Pick-ups und die beiden Männer, die sie in der Tatnacht zum Fundort der Leiche geführt haben soll.

Update vom 24. August, 16:20 Uhr: Kriminalist Axel Petermann hält den späten Zeitpunkt von Gina H.s Einlassung für nachvollziehbar. Die Angeklagte und ihre Verteidiger kannten inzwischen Teile der Beweisaufnahme und konnten deshalb gezielt auf belastende Zeugenaussagen und Indizien eingehen. Gina H. wies die Tatvorwürfe zurück und erklärte, sie habe die Leiche erst am 13. Oktober entdeckt. Petermann zufolge können ihre Angaben die Beweise nicht verändern, ihnen aber eine andere Bedeutung geben. Entscheidend sei nun, ob ihre Erklärungen auch mit Spuren, digitalen Daten und Zeugenaussagen übereinstimmen.

Fortsetzung im Mordprozess Fabian aus Güstrow: Angeklagte Gina H. will ihr Schweigen am 22. Verhandlungstag brechen (Montage).
Fortsetzung im Mordprozess Fabian aus Güstrow: Angeklagte Gina H. will ihr Schweigen am 22. Verhandlungstag brechen (Montage). © Jens Büttner/dpa/Polizei

Update vom 24. August, 16:01 Uhr: Der 22. Verhandlungstag im Prozess um den getöteten Fabian ist beendet. Sichtlich nervös – eine Silberkugel in der rechten, ein Taschentuch in der linken Hand – verlas Gina H. ihre 95-seitige Erklärung vor Gericht. In ihrer Aussage betonte sie ihre Unschuld: „Fabian hat mir nie etwas getan, und ich hätte ihm auch nie etwas antun können. Hätte ich ihn ermordet, hätte ich mit Sicherheit das Gefühl gehabt, mein eigenes Kind zu töten.“ Dass Zeugen sie am Tattag in der Nähe des Fundortes gesehen hatten, erklärt sie damit, dass sie zwar in der Gegend gewesen sei – hätte sie die Tat aber begangen, wäre sie „nicht so dumm gewesen“ und an Zeugen vorbeigefahren. Als letzter Verhandlungstag ist bislang der 10. September terminiert. Dann könnte das Urteil gesprochen werden.

Update vom 24. August, 13:48 Uhr: In ihrer Aussage erhebt Gina H. schwere Vorwürfe gegen ihren Nachbarn Olaf K. Dessen Zeugenaussage, sie habe bei ihm Schuhe verstecken wollen, bestreitet sie. Auch ein Campingmesser, das Olaf K. in seinem Schuppen vermisst und das später in einem Karton wieder aufgetaucht war, sowie eine Flasche mit Grillanzünder bringt sie mit ihm in Verbindung – ihrer Darstellung nach habe er beides arrangiert.

Zu den fehlenden Bordcomputer-Daten ihres Pick-ups rund um den Tatzeitraum erklärt die 30-Jährige, sie habe nicht gewusst, dass ihr Fahrzeug derartige Daten aufzeichne – und bestreitet, diese gelöscht zu haben. Zudem kritisiert Gina H. die Ermittlungsbehörden scharf: Sie habe schon vor ihrer Festnahme das Gefühl gehabt, als Schuldige festzustehen. „Es verstärkt sich mein Eindruck, dass man gar nicht in eine andere Richtung schauen wolle.“

Aussageverlesung im Prozess um getöteten Fabian wird für eine Pause unterbrochen

Update vom 24. August, 12:20 Uhr: Der Vorsitzende Richter Holger Schütt hat die Aussageverlesung der im Fall Fabian des Mordes angeklagten Gina H. nach zwei Stunden für eine Pause unterbrochen. Nach Angaben der Verteidigung hatte sie zu dem Zeitpunkt 50 der insgesamt 95 Seiten ihrer Erklärung verlesen. Dabei machte sie bislang nur allgemeine Aussagen – etwa zu ihrem Verhältnis zu verschiedenen Männern und ihrer psychischen Situation.

Die 30-jährige Angeklagte sprach über ihr schwieriges Verhältnis zur Mutter und das häufige Gefühl, überfordert zu sein. Sie ging auch auf den Vorwurf wechselnder Männerbekanntschaften mit finanziellen Hintergedanken ein. „Ich war geradezu süchtig nach Aufmerksamkeit und Komplimenten“, sagte sie, als sie die Beziehungen zu mehreren Männern schilderte. Sie bestritt dabei aber, etwa das Verhältnis zum Vater des ermordeten Fabian wegen Geldsorgen aufgenommen zu haben.

Gina H. äußert sich über Verhältnis zum Vater von Fabian: „Liebe auf den ersten Blick“

Update vom 24. August, 10:54 Uhr: Die im Fall Fabian wegen Mordes angeklagte Gina H. sagte über das Verhältnis zu Matthias R., Vater des getöteten Jungen: „Es war Liebe auf den ersten Blick.“ Die Beziehung sei zu Anfang sehr harmonisch gewesen – auch zu dem Kind Fabian. Mit dem Vater sei sie sehr schnell zusammengezogen.

Erst später kam es ihren Angaben nach zu Spannungen, auch weil sie nach einer ungeplanten Schwangerschaft abgetrieben habe. Obwohl die Entscheidung gemeinsam getroffen worden sei, habe sie sich später alleingelassen gefühlt und habe an Depressionen gelitten, schilderte sie ihre Gefühlslage. Nach einem Streit im August 2025 habe Matthias R. seine Sachen und sein Equipment gepackt. „Heute weiß ich, dass alles nicht ohne Vorwarnung kam“, sagte Gina H.

„Ich habe die Vorzeichen aber ignoriert und habe gedacht, dass er so einen Schritt nicht gehen würde. Wir waren in der Vergangenheit auch wieder zusammengekommen, als ich ihn rausgeschmissen habe“, zitiert RTL ihre Aussagen. Es habe sie „wie ein Schock“ getroffen. „Ich befand mich an einem absoluten Tiefpunkt.“ Zweimal habe sich die Angeklagte danach das Leben nehmen wollen. Doch die Suizidversuche seien rechtzeitig bemerkt worden.

Gina H. äußert sich vor Gericht: So kam das Blut von Fabian in ihr Auto

Update vom 24. August, 10:30 Uhr: Die im Fall des achtjährigen Fabian des Mordes angeklagte Gina H. hat in ihrer ersten Aussage vor dem Landgericht Rostock die Beziehung zu dem Kind beschrieben. Ihr etwa gleichaltriger Sohn und Fabian hätten sich gut verstanden, so die 30‑Jährige. Im August 2025 hätten sie zu dritt sogar noch einen gemeinsamen Ausflug an einen Badesee gemacht. Dabei habe sich Fabian leicht am Fuß verletzt. Sie habe die kaum blutende Wunde mit einem Pflaster versorgt und mit einer Küchenrolle abgetupft, ohne das Blatt von der Rolle abzureißen. „Dann war Fabians Welt wieder in Ordnung.“

Die Ermittler hatten die Küchenrolle mit dem Blut des Kindes in der hinteren Tür ihres Autos gefunden und als Beweismittel in den Prozess eingeführt. Gina H. berichtete in ihrer Aussage unter Tränen auch vom Tod ihres Lieblingspferdes.

Zudem ging sie auf die zunehmenden Spannungen in ihrer Beziehung zu Fabians Vater Matthias R. ein. Nach einem Streit im August 2025 habe er seine Sachen gepackt und die gemeinsame Wohnung verlassen, berichtet RTL. Außerdem schilderte sie einen Streit aus dem Jahr 2022, bei dem Matthias R. sie nach ihrer Darstellung am Arm festgehalten und verletzt habe. Fabian soll ihrer Darstellung nach damals über seinen Vater gesagt haben: „Ich habe den Respekt vor ihm verloren.“

Erstmeldung vom 24. August: Der Mordprozess im Fall Fabian läuft seit dem 28. April 2026 vor dem Landgericht Rostock. Zahlreiche Zeugen und Beweisanträge wurden bisher vorgetragen. Der 22. Verhandlungstag am Montag (24. August) wird mit Spannung erwartet. Angeklagte Gina H. schwieg bisher. Jetzt will sich die 30-Jährige nach Angaben ihres Anwalts erstmals im Prozess zu den Mordvorwürfen äußern.

Gina H. wird vorgeworfen, den damals achtjährigen Fabian aus Güstrow am 10. Oktober 2025 heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen getötet zu haben. Ob die Angeklagte, zum Zeitpunkt des Verbrechens Ex-Freundin von Fabians Vater, sich selbst äußert oder eine Erklärung verlesen lässt, ist zunächst offen. Dabei zeigte die Angeklagte im Prozess kaum Emotionen.

Mord an Fabian (8) aus Güstrow: Gina H. bricht ihr Schweigen

Anfang August sorgte der 20. Verhandlungstag für Aufsehen, als die Angeklagte ihrer aussagenden Schwester lautstark ins Wort fiel. Es ist eine weitere Eskalation im Mordprozess Fall Fabian.

Das Verhalten von Fabians Vater ist für viele Prozessbeobachter schwer zu verstehen. Der 35-Jährige glaubt nach eigenen Worten an die Unschuld der Angeklagten und besuchte Gina H. auch in der Untersuchungshaft.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Gina H. den Jungen als Hindernis für die Beziehung zu Fabians Vater sah und ihn tötete, um den Vater nach der Trennung zurückzugewinnen. Fabians Mutter Dorina L. tritt als Nebenklägerin mit ihrer Anwältin Christine Habetha im Prozess auf. Dorina L. sagte als erste Zeugin aus. Unter Tränen schilderte sie den Tag des Verschwindens ihres Sohnes am 10. Oktober 2025.

Gina H. blieb über Monate still. Ihre Aussage erst so spät im Verfahren, habe laut ihrem Verteidiger Thomas Löcker einen besonderen Grund. Vermutlich geht es auch darum, belastende Zeugenaussagen zu entkräften, nachdem Gina H. schon zwei Bekannte gezielt zum Fundort der Leiche geführt haben soll. Fabians Leiche wurde offiziell am 14. Oktober an einem Tümpel im Wald bei Klein Upahl (Landkreis Rostock) entdeckt. Gina H. meldete den Leichenfund damals selbst der Polizei.

Doch schon vier Tage zuvor – am 10. Oktober 2025 – soll die Angeklagte den Achtjährigen nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft aus dem Haus der Mutter gelockt haben. In ihrem Pick-up soll Gina H. zu einem Feldstück nahe Klein Upahl gefahren sein. Dort soll die Angeklagte den Jungen mit mindestens sechs Messerstichen getötet haben. Um die Spuren der Tat zu beseitigen, soll sie den Leichnam später mittels Brandbeschleuniger angezündet haben. (Quelle: Landgericht Rostock, dpa)

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