Schockierende Aussage im Fall Fabian: Die Großmutter enthüllt die Wahrheit über Gina H. und den Vater des Jungen
Güstrow/Rostock • Lesedauer: 4 min.
Der im Oktober 2025 ermordete Fabian hat einst nach langer Ablehnung nur durch einen Zufall wieder Kontakt zu seinem leiblichen Vater bekommen. „Meine Tochter und ich haben uns 2025 in der Urlaubsplanung vertan, deshalb habe ich die andere Großmutter gefragt, ob sie im August 2025 tagsüber auf Fabian aufpassen könnte“, erzählte die 57-jährige Oma von der mütterlichen Seite als Zeugin im Mordfall Fabian am Freitag im Prozess am Landgericht Rostock.
Mordfall Fabian: Oma sagt als Zeugin vor Gericht aus
Sie habe den Jungen dorthin gefahren, weil dort auch seine Tante und deren Sohn leben. Dort sei er tagsüber auch geblieben. Bei dieser Gelegenheit sei Fabians Tante mit ihm auf der Arbeitsstelle seines Vaters vorbeigefahren, dort sei dann „das Eis zwischen den Beiden wieder gebrochen.“
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Fabians Eltern hatten sich bereits 2018 getrennt. Im Vorschulalter 2023/2024 wollte der Junge dann plötzlich nicht mehr an Wochenenden zum Vater, weil „Papa zu Gina böse war“, gab sie die Worte des Jungen wieder. Gina H. und Fabians Vater waren jahrelang ein Paar, bis der Mann im August 2025 sich von ihr trennte.
Er habe gesagt, er stehe „praktisch wie unterm Pantoffel bei ihr“, sagte die Zeugin. Die 30-jährige Reitsportlerin Gina H. aus Reimershagen steht wegen „heimtückischen Mordes“ an dem Jungen vor Gericht. Sie soll Fabian am 10. Oktober 2025 von zu Hause in Güstrow abgeholt und an einem Tümpel bei Klein Upahl, nordwestlich von Reimershagen, erstochen haben.
Als klar war, dass Fabian einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist, habe man schnell an die Angeklagte gedacht, meinte die 57-jährige Oma. Die 30-jährige Frau könnte eifersüchtig auf den Jungen gewesen sein, weil der Vater nun wieder mehr Zeit mit seinem Sohn, statt für sie habe.
Mordfall Fabian: Angeklagte Gina H. soll finanziell von ihrem Ex-Freund abhängig gewesen sein
Laut Anklage soll die Angeklagte mit ihrer Pferdehaltung von ihrem Ex-Freund sowohl finanziell und auch bei anderen Dingen abhängig gewesen sein. So nahm Gina H., die eigentlich von Erwerbsunfähigkeitsrente lebt, allein 2025 an zwölf Reit- und Springturnieren teil, unter anderem in Pasewalk und Malchow. Dort belegte sie mit ihrem Pferd auch vordere Plätze. Laut Anklage habe sie die Trennung von Fabians Vater nicht akzeptieren wollen.
Der 35-Jährige hatte im Prozess erklärt, dass er nun wieder mit der Angeklagten zusammen sei. „Wir haben seitdem keinen Kontakt mehr zu ihm“, sagte die Zeugin. Außerdem könnte ein 37-jähriger Nachbar der Angeklagten wieder stärker in den Fokus der Ermittler rücken. Die Verteidigung regte an, dass Tagesablauf und Autorouten des Bekannten aus Reimershagen nochmal ausführlich geprüft werden müssten.
So könnte sich ergeben, dass die heimlichen Treffen von ihm mit der Angeklagten am 9. und 10. Oktober 2025 an zwei Waldseen länger waren, als bisher angegeben, sagte Anwalt Andreas Ohm. Damit würde der gesamte Zeitablauf, den die Staatsanwaltschaft anhand von Indizien in der Anklage vorgelegt hat, nicht mehr zu halten sein, meinte Ohm. Auch einige Angaben des 37-Jährigen müssten dringend nochmal überprüft werden. Ermittler vermuten, dass der Mann, ein Jäger, nach der Trennung von Fabians Vater heimlich ein sexuelles Verhältnis zu der 30-Jährigen hatte.
Mordfall Fabian: Angeklagte Gina H. schweigt im Prozess
Die 30-jährige Gina H. schweigt im Prozess bisher, laut Verteidigung bestreitet sie die Vorwürfe. Sie will sich aber am 24. August im Prozess erstmals äußern. Laut Anklage soll sie auch am Tag vor dem Mord, am 9. Oktober 2025, in Güstrow unterwegs gewesen sein, um Fabian zu treffen, was aber nicht geklappt haben soll.
Zudem wollen die Verteidiger, dass das Alibi von Fabians Vater noch einmal überprüft wird. Der 35-Jährige war an jenem 10. Oktober im Betrieb. Dort soll er aber mittags gegen 11.00 Uhr mindestens eine Stunde weg gewesen sein. Dies gilt als Tatzeitraum. Ein Förster bestätigte, dass er sich mit dem Mann in einem anderen Waldstück getroffen hatte, wegen Holzeinschlags. Das soll aber nur sehr kurz gewesen sein. Außerdem wurde laut Ohm nicht geklärt, mit welchem Fahrzeug Fabians Vater damals unterwegs war.
Sein eigenes Auto hatte er morgens in eine Werkstatt gebracht. Zu den Beweisanträgen müssen Staatsanwaltschaft, Nebenklage und das Landgericht noch Stellung nehmen. Beide Männer wurden im Prozess schon als Zeugen gehört, dabei blieben aber etliche Fragen offen, wie Prozessbeobachter einschätzten.








