Neue Wendung im Fall Fabian – Das Gericht hat eine offizielle Entscheidung getroffen. Der Haupttäter ist …
Der Prozess um den Mordfall Fabian geht weiter. Ein BKA-Sachverständiger schildert, wie sich das Verhalten von Gina H. verändert hat.
Rostock – Nach der vierwöchigen Sommerpause geht der Mordprozess am Landgericht Rostock um den getöteten Fabian weiter. Am Donnerstag (6. August) sagte unter anderem ein Sachverständiger des Bundeskriminalamtes aus. Das BKA hatte zuvor die Chatkommunikation von Gina H. sowie ihre Prompts an ChatGPT analysiert.

Vor der Tat sei die Angeklagte durch „egozentrisches Verhalten“ aufgefallen, zitierte Stern den Sachverständigen aus dem Gerichtssaal. „Die Beschuldigte kreist um eigene Bedürfnisse, ist wenig empathisch für die Belange der Kommunikationspartner“, so der Zeuge. Sie habe sich durch ein hohes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit ausgezeichnet – besonders durch Männer. Außerdem habe das Thema Pferde eine größere Rolle gespielt als ihr eigener Sohn.
Mordfall Fabian: Sachverständiger beobachtet „Abweichungen“ im Verhalten von Gina H.
Zwar habe sie sich auch nach der Tat egozentrisch und wenig empathisch verhalten. „Dennoch haben wir einzelne Abweichungen feststellen können“, schilderte der Sachverständige. Am Abend von Fabians Verschwinden habe sie sich erstmals nach dem Jungen erkundigt. Einen Tag vor dem Leichenfund soll sie Fabian gegenüber einem Bekannten als „Ziehsohn“ beschrieben haben. Falls er tot sei, könne man immerhin damit „abschließen“. Für den Sachverständigen sei dieser Begriff „zu früh und nicht der Lage entsprechend“ verwendet worden, zitierte die Ostsee-Zeitung.
Dem Experten zufolge könne Gina H. ihre eigenen Charaktereigenschaften gut selbst einschätzen, aber nicht angemessen äußern. Das habe sich unter anderem an ihren ChatGPT-Prompts gezeigt. So wies sie den Chatbot nach der Trennung von Fabians Vater – Matthias R. – an, einen „emotionaleren und traurigeren“ Text zu verfassen. Im Juli hatte der Therapeut der Angeklagten über ein „schweres Störungsbild“ gesprochen.
Anwältin von Fabians Mutter will mögliche Tatwaffe erneut untersuchen lassen
Die Mutter von Fabian nimmt als Nebenklägerin am Prozess teil und wird von Anwältin Christine Habetha vertreten. Zu Beginn des Verhandlungstages am Donnerstag forderte Habetha, die mögliche Tatwaffe – ein Messer von Gina H.s Nachbarn – erneut zu untersuchen. Das Messer sei zeitweise aus dem Schuppen von Olaf K. verschwunden und später an einem ungewöhnlichen Ort wieder aufgetaucht. Die Verteidigung von Gina H. unterstützte den Antrag. „Aus unserer Sicht würde eine solche Untersuchung Frau H. entlasten“, zitierte Stern den Rechtsanwalt Thomas Löcker.
„Ich bin zu 100 Prozent davon überzeugt, dass das das Tatwerkzeug ist. Es sind überhaupt keine Spuren darauf gefunden worden, das ist höchst verdächtig. Olaf K.s Spuren hätten auf jeden Fall drauf sein müssen“, hatte Habetha im Juli der Bild gesagt. „Sicher wurde das Messer dreimal durch den Geschirrspüler gejagt.“
Die Staatsanwaltschaft wirft Gina H. vor, den achtjährigen Fabian heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen ermordet zu haben. Laut Anklage soll die Tatverdächtige den Jungen, am 10. Oktober an einem Tümpel bei Klein Upahl erstochen und den Leichnam anschließend in Brand gesetzt haben. Seit dem 7. November 2025 sitzt Gina H. in Untersuchungshaft. Bislang schweigt die 30-Jährige. Ihre Verteidiger kündigten jedoch an, dass sie sich äußern werde – geplant am 24. August.
Der Prozess geht am Freitag (7. August) weiter. Der als Zeuge geladene Großvater von Gina H. beruft sich auf sein Zeugnisverweigerungsrecht. Demnach wird er am Freitag nicht aussagen. Angesetzt ist der Mordprozess bis zum 10. September. Dann könnte das Urteil gesprochen werden. (Quellen: Ostsee-Zeitung, Stern, Bild, dpa) (kas)













